»Merkwürdig – euch ist alles selbstverständlich und klar, was mir heute zweifelhafter als je ist. Lebensarbeit, Lebensarbeit. Was ist denn das? Ehrlich gesagt, was ist denn nun deine Lebensarbeit?«
»Gott stellt jeden auf den Platz, den er einnehmen muß. Es ist keine Arbeit vergebens. Wenn ich auch nur verschwindend wenig der Menschheit nütze, ein bischen ist’s immerhin und ich erhalte Weib und Kinder. Das ist meine Philosophie.«
»Meine ist’s nicht,« sagte Starkblom sehr ernst, indem er aufstand und hin und herging. »Ganz abgesehen von Gott, der, scheint’s, heutzutage nur noch zwei Zwecken dient.«
»Und die wären?«
»Erstens zur Ausrede und zweitens, vernünftige Menschen nervös zu machen. Gott stellt jeden auf seine Stelle! Haha! – Übrigens hast du in deiner Jugend auch anders gesprochen.«
»Nun, du hast doch diese Jugendtorheiten auch längst hinter dir. Man wird gesetzter. Übrigens ist’s dir wohl nicht ganz Ernst mit alledem. Ich erfülle als Fabrikant meine Pflicht so gut wie du als Richter – und erfülle sie heute noch.«
»Pflicht, Pflicht. Gegen wen denn Pflicht?«
»Das weiß doch jeder. Wozu solche Dinge fragen?«
»Warum nicht fragen? Nochmals – Pflicht gegen wen?«
»Nun, gegen die Mitmenschen.«