Leid, Wut, Erstarrung stoßen da zusammen,
Entseelte Bilder! Alles, alles schreit:
Ach, Hektor, Hektor tot! Ach, Hektor, Hektor!
Nach dieser ungeheuren Vorbereitung folgt die große, reichgegliederte Kampfszene, die ihrer ganz würdig ist. Ich kann mich, wie nur manchmal so bei Beethoven, nicht satt wundern über die eherne Härte dieses Organismus, dieser Weltfunktion, die Shakespeare heißt, wie er nun zum Beispiel die einzelnen Teile dieser Schlachtenszene gegen einander abtönt, wie er keineswegs in der einen Stimmung, die mit Hektors vorweggenommenem Tod so unbeschreiblich leidvoll angeschlagen wurde, bleiben muß, sondern alles vom Ganzen aus ordnet und verteilt! Wir sehen Ajax, Diomedes, Troilus hinter einander herjagen, ahnen, wie der wilde Junge Wunder der Tapferkeit verrichtet; wir sehen Thersites in zwei Episoden als Soldat, und er darf sich neben Falstaff sehen lassen. Erst stößt er mit Hektor in Person zusammen; und wie der den Mann in der Rüstung ritterlich fragt:
Wer bist du, Grieche? Bist du Hektor gewachsen?
Bist du von Blut und Ehre?
da antwortet er in ängstlich witziger Wahrheit mit unglaublich geschwinder Zungenfertigkeit:
Nein, nein, ich bin ein Schuft! Ein schäbiger, schimpfender Bube, ein ganz schmieriger Lump!
und Hektor wendet sich verächtlich ab:
Ich glaub’ es. Lebe!