Und dann nicht mehr gehört wird; ’s ist ein Märchen,
Erzählt vom Irrsinn, voller Lärm und Wut,
Dessen Bedeutung: nichts.
Nichts! — Der Systematiker des Nihilismus konnte es nicht deutlicher, nicht grimmiger sagen, — nichts bedeutet ihm mehr das Leben. Auch ist er gar nicht mehr ein Lebendiger, gar nicht mehr er selbst: nur noch der klapperdürre Träger eines Staatsgewandes, nur noch eine hohle Rolle, nur noch der Mann, der spielen muß, was die Dämonen aus ihm gemacht haben. Er selbst der Schauspieler, der den Tyrannen mimt, — aber er will, er muß ihn weiter spielen, den königlichen Herrn, der unbesiegbar ist. Er hat den erhabnen Wahn, den Cäsarenwahn, hat fast ein Gefühl, als könne er nicht sterben, — wo doch etwas irgendwo in ihm sich so längst nach Erlösung sehnt! Nach Erlösung aus dem Tode, den er als Leben führt.
Jetzt aber kommt, woran er nicht glaubt, wogegen er sich versteinert, das Ende, die Nemesis, die Überwindung.
Das Unmögliche richtet sich in seiner Welt der Tatsachenwirklichkeit auf — der Wald rückt gegen seine Burg heran!
Das ist uns, auch wenn wir nichts von ähnlichen Sagen wüßten, wie ein Mythos: das grünende Leben empört sich gegen den Steinturm des Tyrannen, dem das Herz auch von Marmelstein ist.
Wir kennen aber, aus einer deutschen Überlieferung, die Sage von dem König auf seiner festen Burg, gegen den am Maientag der König Grünewald angerückt kam, alle Krieger mit grünen Maien geschmückt; da rief die Königstochter:
Vater, gebt Euch gefangen,
Der Grünewald kommt gegangen!