Um den Hals hing ihm an einer Kette eine goldene Tafel. Ihm gegenüber zu Füßen des Sarges standen: ein brauner Mann mit dem Kopf eines Ibis, in der Rechten das grüne Ankh — das gehenkelte Kreuz der Ägypter, das Sinnbild des Ewigen Lebens — und zu beiden Seiten der Bahre, mit Sperberkopf und Schakalkopf — noch zwei Gestalten.
Der Zulu erriet, daß sie gekommen waren, um Gericht über die Verstorbene zu halten.
Die Göttin der Wahrheit, mit enganliegendem Gewand und Geierhaube, kam durch den Mittelgang heran, schritt zu der Toten, die sich starr aufrichtete, — nahm ihr das Herz aus der Brust und legte es auf eine Wage.
Der Mann mit dem Schakalkopf trat hinzu und warf eine kleine bronzene Statuette in die Schale.
Der Sperber prüfte das Gewicht.
Die Schale mit dem Herzen Evas sank tief herab.
Der Mann mit dem Ibiskopf schrieb es schweigend mit einem Schilfrohr in eine wächserne Tafel.
Dann sagte der Totenrichter:
„Sie wurde für fromm befunden auf Erden und hatte Sorge vor dem Herrn der Götter, darum hat sie erreicht das Land der Wahrheit und Rechtfertigung.
Sie erwacht als ein lebender Gott und strahlt im Chor der Götter, die im Himmel wohnen, denn sie ist von unserm Stamm.