Und ich forschte sie aus, — vorsichtig, leise, ganz leise, daß sie nicht aufwache und ich mit der Sonde die schmerzende Wunde nicht berühre.
Bruchstückweise erfuhr ich, was ich zu wissen brauchte, und setzte es mir zusammen wie ein Mosaik:
„Ihr Gatte weiß — —?“
„Nein, noch nicht; er ist verreist.“
Also um Dr. Saviolis Leben drehte sich’s; — Charousek hatte es richtig erraten. Und weil’s um Saviolis Leben ging, und nicht mehr um ihres, war sie hier. Sie denkt nicht mehr daran, irgend etwas zu verbergen, begriff ich.
Wassertrum war abermals bei Dr. Savioli gewesen. Hatte sich mit Drohungen und Gewalt den Weg erzwungen bis zu seinem Krankenlager.
Und weiter! Weiter! Was wollte er von ihm?
Was er wollte? Sie hatte es halb erraten, halb erfahren: er wollte, daß — — daß — er wollte, daß sich Dr. Savioli — — ein Leid antue.
Sie kenne jetzt auch die Gründe von Wassertrums wildem, besinnungslosem Haß: „Dr. Savioli habe einst seinen Sohn, den Augenarzt Wassory, in den Tod getrieben.“
Sofort schlug ein Gedanke in mich ein wie der Blitz: hinunter laufen, dem Trödler alles verraten: daß Charousek den Schlag geführt hatte, aus dem Hinterhalt — und nicht Savioli, der nur das Werkzeug war — — —. „Verrat! Verrat!“ heulte es mir ins Hirn, „du willst also den armen schwindsüchtigen Charousek, der dir helfen wollte und ihr, der Rachsucht dieses Halunken preisgeben?“ — Und es zerriß mich in blutende Hälften. — Dann sprach ein Gedanke eiskalt und gelassen die Lösung aus: „Narr! Du hast es doch in der Hand! Brauchst ja nur die Feile dort auf dem Tisch zu nehmen, hinunter zu laufen und sie dem Trödler durch die Gurgel zu jagen, daß die Spitze hinten zum Genick herausschaut.“