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Ein fröhliches Frauenlachen drang aus dem anstoßenden Atelier durch die Mauern herüber zu mir.
Ein Lachen? — In diesen Häusern ein fröhliches Lachen? Im ganzen Ghetto wohnt niemand, der fröhlich lachen könnte.
Da fiel mir ein, daß mir vor einigen Tagen der alte Marionettenspieler Zwakh anvertraute, ein junger, vornehmer Herr hätte ihm das Atelier teuer abgemietet — offenbar, um mit der Erwählten seines Herzens unbelauscht zusammenkommen zu können.
Nach und nach, jede Nacht, müßten nun, damit niemand im Hause etwas merke, die kostbaren Möbel des neuen Mieters heimlich Stück für Stück hinaufgeschafft werden.
Der gutmütige Alte hatte sich vor Vergnügen die Hände gerieben, als er es mir erzählte, und sich kindlich gefreut, wie er alles so geschickt angefangen habe: keiner der Mitbewohner könne auch nur eine Ahnung von dem romantischen Liebespaar haben.
Und von drei Häusern aus sei es möglich, unauffällig in das Atelier zu gelangen. — Sogar durch eine Falltüre gäbe es einen Zugang!
Ja, wenn man die eiserne Tür des Bodenraumes aufklinke, — und das sei von drüben aus sehr leicht, — könne man an meiner Kammer vorbei zu den Stiegen unseres Hauses gelangen und diese als Ausgang benützen ...
Wieder klingt das fröhliche Lachen herüber und läßt in mir die undeutliche Erinnerung an eine luxuriöse Wohnung und an eine adlige Familie auftauchen, zu der ich oft gerufen wurde, um an kostbaren Altertümern kleine Ausbesserungen vorzunehmen. —
Plötzlich höre ich nebenan einen gellenden Schrei. Ich horche erschreckt.