Sogar sein Atmen hatte aufgehört.
Ich hob den Arm, wußte noch immer nicht, was ich tun sollte, und — schlug auf die ausgestreckte Hand des Phantoms, daß die Körner über den Boden hinrollten.
Einen Moment, so jäh wie ein elektrischer Schlag, entglitt mir das Bewußtsein, und ich glaubte in endlose Tiefen zu stürzen, — dann stand ich fest auf den Füßen.
Das graue Geschöpf war verschwunden. Ebenso die Wesen des rötlichen Kreises.
Die bläulichen Gestalten hingegen hatten einen Ring um mich gebildet; sie trugen eine Inschrift aus goldnen Hieroglyphen auf der Brust und hielten stumm — es sah aus wie ein Schwur — zwischen Zeigefinger und Daumen die roten Körner in die Höhe, die ich dem Phantom ohne Kopf aus der Hand geschlagen hatte.
Ich hörte, wie draußen Hagelschauer gegen die Fenster tobten und brüllender Donner die Luft zerriß:
Ein Wintergewitter in seiner ganzen besinnungslosen Wut raste über die Stadt hinweg. Vom Fluß her dröhnten durch das Heulen des Sturms in rhythmischen Intervallen die dumpfen Kanonenschüsse, die das Brechen der Eisdecke auf der Moldau verkündeten. Die Stube loderte im Licht der ununterbrochen aufeinanderfolgenden Blitze. Ich fühlte mich plötzlich so schwach, daß mir die Knie zitterten und ich mich setzen mußte.
„Sei ruhig,“ sagte deutlich eine Stimme neben mir, „sei ganz ruhig, es ist heute die Lelschimurim: die Nacht der Beschützung.“ —
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Allmählich ließ das Unwetter nach, und der betäubende Lärm ging über in das eintönige Trommeln der Schloßen auf die Dächer.