Ganz so, wie er es vorhin getan hatte. —

Da plötzlich sitze ich wieder ohne Hut, ohne Mantel, am Tische und bin ich. Ich, ich.

Athanasius Pernath.

Grausen und Entsetzen schüttelten mich, mein Herz raste zum Zerspringen, und ich fühlte: gespenstische Finger, die soeben noch in meinem Gehirn umhergetastet, haben von mir abgelassen.

Noch spürte ich im Hinterkopf die kalten Spuren ihrer Berührung. —

Nun wußte ich, wie der Fremde war, und ich hätte ihn wieder in mir fühlen können — jeden Augenblick —, wenn ich nur gewollt hätte; aber sein Bild mir vorstellen, daß ich es vor mir sehen würde Auge in Auge — das vermochte ich noch immer nicht und werde es auch nie können.

Er ist wie ein Negativ, eine unsichtbare Hohlform, erkannte ich, deren Linien ich nicht erfassen kann — in die ich selber hineinschlüpfen muß, wenn ich mir ihrer Gestalt und ihres Ausdrucks im eigenen Ich bewußt werden will — —

In der Schublade meines Tisches stand eine eiserne Kassette; — in diese wollte ich das Buch sperren und erst, bis der Zustand der geistigen Krankheit von mir gewichen sein würde, wollte ich es wieder hervorholen und an die Ausbesserung des zerbrochenen Initialen „I“ gehen.

Und ich nahm das Buch vom Tisch.

Da war mir, als hätte ich es gar nicht angefaßt; ich griff die Kassette an: dasselbe Gefühl. Als müßte das Tastempfinden eine lange, lange Strecke voll tiefer Dunkelheit durchlaufen, ehe es in meinem Bewußtsein mündete, als seien die Dinge durch eine jahresgroße Zeitschicht von mir entfernt und gehörten einer Vergangenheit an, die längst an mir vorübergezogen!