Lassen Sie sich das Nähere von Wenzel erzählen, mir wird es zu bitter, alles das niederschreiben zu müssen.
Nennen Sie es Aberglaube, — aber, wie ich sah, daß Blut vergossen worden war — die Dinge im Laden waren befleckt davon, — kam es mir vor, als sei mir seine Seele entwischt.
Etwas in mir, — ein feiner, untrüglicher Instinkt — sagt mir, daß es nicht dasselbe ist, ob ein Mensch von fremder Hand stirbt, oder von eigener: — daß Wassertrum sein Blut mit sich in die Erde hätte nehmen müssen, dann erst wäre meine Mission erfüllt gewesen. — Jetzt, wo es anders gekommen ist, fühle ich mich als Ausgestoßener, als ein Werkzeug, das nicht würdig befunden wurde in der Hand des Todesengels.
Aber ich will mich nicht auflehnen. Mein Haß ist von der Art, die übers Grab hinausgeht, und noch habe ich ja mein eigenes Blut, das ich vergießen kann, wie ich will, damit es dem seinigen nachgehe im Reich der Schatten auf Schritt und Tritt. — — —
Jeden Tag, seit sie Wassertrum verscharrt haben, sitze ich draußen bei ihm auf dem Friedhof und horche in meine Brust hinein, was ich tun soll.
Ich glaube, ich weiß es bereits, aber ich will noch warten, bis das innere Wort, das zu mir spricht, klar wird wie eine Quelle. — Wir Menschen sind unrein, und oft bedarf es langen Fastens und Wachens, bis wir das Flüstern unserer Seele verstehen. — — —
In der verflossenen Woche wurde mir offiziell vom Gericht mitgeteilt, daß mich Wassertrum zum Universalerben eingesetzt hat.
Daß ich für mich keinen Kreuzer davon anrühre, brauche ich Ihnen wohl nicht zu versichern, Herr Pernath. — Ich werde mich hüten, ‚ihm‘ — für ‚drüben‘ eine Handhabe zu geben.
Die Häuser, die er besessen hat, lasse ich versteigern, die Gegenstände, die er berührt hat, werden verbrannt, und was an Geld und Geldeswert sich dann ergibt, fällt nach meinem Tode zu einem Drittel Ihnen zu. —
Ich sehe im Geiste, wie Sie aufspringen und protestieren, aber ich kann Sie beruhigen. Was Sie bekommen, ist Ihr rechtmäßiges Eigentum mit Zinsen und Zinseszinsen. Schon lange wußte ich, daß Wassertrum vor Jahren Ihren Vater und seine Familie um alles gebracht hat, — erst jetzt bin ich in der Lage, es aktenmäßig nachweisen zu können.