Wir traten an ihn heran. Er deutete stumm auf das Kanalgitter und legte horchend die Hand ans Ohr. Eine Weile standen wir unbeweglich und lauschten in den Schacht hinab.

Nichts.

„Was war’s denn?“ flüsterte endlich der alte Marionettenspieler; doch sofort packte ihn Prokop heftig beim Handgelenk.

Einen Augenblick — kaum einen Herzschlag lang — hatte es mir geschienen, als klopfte da unten eine Hand gegen eine Eisenplatte — fast unhörbar. Wie ich eine Sekunde später darüber nachdachte, war alles vorbei; nur in meiner Brust hallte es wie ein Erinnerungsecho weiter und löste sich langsam in ein unbestimmtes Gefühl des Grauens auf.

Schritte, die die Gasse heraufkamen, verscheuchten den Eindruck.

„Gehen wir; was stehen wir da herum!“ mahnte Vrieslander.

Wir schritten die Häuserreihe entlang.

Prokop folgte nur widerwillig.

„Meinen Hals möcht’ ich wetten, da unten hat jemand geschrien in Todesangst.“

Niemand von uns antwortete ihm, aber ich fühlte, daß etwas wie leise dämmernde Angst uns die Zunge in Fesseln hielt.