Eine Handvoll winziger Sterne glitzerte auf dem schmalen, dunklen Himmelsweg über den Giebeln.

Friedvoll schweiften meine Gedanken zurück in den Dom, und die Ruhe meiner Seele wurde noch beseligender und tiefer, da drang vom Platz herüber, schneidend klar — als stünde sie dicht an meinem Ohr — die Stimme des Marionettenspielers durch die Winterluft:

„Wo ist das Herz aus rotem Stein?

Es hing an einem Seidenbande,

Und funkelte im Frührotschein“

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Spuk

Bis tief in die Nacht hatte ich ruhelos mein Zimmer durchmessen und mir das Gehirn zermartert, wie ich „ihr“ Hilfe bringen könnte.

Oft war ich nahe daran gewesen, hinunter zu Schemajah Hillel zu gehen, ihm zu erzählen, was mir anvertraut worden, und ihn um Rat zu bitten. Aber jedesmal verwarf ich den Entschluß.

Er stand im Geist so riesengroß vor mir, daß es eine Entweihung schien, ihn mit Dingen, die das äußere Leben betrafen, zu behelligen, dann wieder kamen Momente, wo mich brennende Zweifel befielen, ob ich in Wirklichkeit alles das erlebt hätte, was nur eine kurze Spanne Zeit zurücklag und doch so seltsam verblaßt schien, verglichen mit den lebenstrotzenden Erlebnissen des verflossenen Tages.