Nur Aaron Wassertrum konnte es sein, der da nebenan spionierte, — vielleicht in Kästen wühlte, um neue Waffen und Beweise in die Hand zu bekommen, legte ich mir zurecht.

Ob es viel nützen würde, wenn ich dazwischentrat?

Ich besann mich nicht lang: handeln, nicht denken! Nur dies furchtbare Warten auf den Morgen zerfetzen!

Und schon stand ich vor der eisernen Bodentüre, drückte dagegen, schob vorsichtig den Haken ins Schloß und horchte. Richtig: Ein schleifendes Geräusch drinnen im Atelier, wie wenn jemand eine Schublade aufzieht.

Im nächsten Augenblick schnellte der Riegel zurück.

Ich konnte das Zimmer überblicken und sah, obwohl es fast finster war und meine Kerze mich nur blendete, wie ein Mann in langem, schwarzem Mantel entsetzt vor einem Schreibtisch aufsprang, — eine Sekunde lang unschlüssig, wohin sich wenden, — eine Bewegung machte, als wolle er auf mich losstürzen, sich dann den Hut vom Kopf riß und hastig damit sein Gesicht bedeckte.

„Was suchen Sie hier!“ wollte ich rufen, doch der Mann kam mir zuvor:

„Pernath! Sie sind’s? Gotteswillen! Das Licht weg!“ Die Stimme kam mir bekannt vor, war aber keinesfalls die des Trödlers Wassertrum.

Automatisch blies ich die Kerze aus.

Das Zimmer lag halbdunkel da — nur von dem schimmrigen Dunst, der aus der Fensternische hereindrang, matt erhellt — genau wie meines, und ich mußte meine Augen aufs äußerste anstrengen, ehe ich in dem abgezehrten, hektischen Gesicht, das plötzlich über dem Mantel auftauchte, die Züge des Studenten Charousek erkennen konnte.