Plötzlich kam ich dahinter: es war eine Falltür, die an den Kanten Licht durchließ! Eine Falltür aus Holz in Gestalt eines Sternes.

Ich stemmte mich mit den Schultern gegen die Platte, drückte sie aufwärts und stand im nächsten Moment in einem Gemach, das von grellem Mondschein erfüllt war.

Es war ziemlich klein, vollständig leer bis auf einen Haufen Gerümpel in der Ecke und hatte nur ein einziges, stark vergittertes Fenster.

Eine Türe oder sonst einen Zugang mit Ausnahme dessen, den ich soeben benützt, vermochte ich nicht zu entdecken, so genau ich auch die Mauern immer wieder von neuem absuchte.

Die Gitterstäbe des Fensters standen zu eng, als daß ich den Kopf hätte durchstecken können, so viel aber sah ich:

Das Zimmer befand sich ungefähr in der Höhe eines dritten Stockwerks, denn die Häuser gegenüber hatten nur zwei Etagen und lagen wesentlich tiefer.

Das eine Ufer der Straße unten war für mich noch knapp sichtbar, aber infolge des blendenden Mondlichts, das mir voll ins Gesicht schien, in tiefe Schlagschatten getaucht, die es mir unmöglich machten, Einzelheiten zu unterscheiden.

Zum Judenviertel mußte die Gasse unbedingt gehören, denn die Fenster drüben waren sämtlich vermauert oder aus Simsen im Bau angedeutet, und nur im Ghetto kehren die Häuser einander so seltsam den Rücken.

Vergebens quälte ich mich ab herauszubringen, was das wohl für ein sonderbares Bauwerk sein mochte, in dem ich mich befand.

Sollte es vielleicht ein aufgelassenes Seitentürmchen der griechischen Kirche sein? Oder gehörte es irgendwie zur Altneusynagoge?