Breitschultrige Finsternis kroch hervor hinter Steinen und Algen und fraß die verschwommenen Schatten der Korallenbänke.
Gespenstisch glitten schwarze Körper vorüber — mit glühenden Augen und violett aufleuchtenden Flossen. — Nachtfische! — Scheußliche Rochen und Seeteufel, die in der Dunkelheit ihr Wesen treiben. Mordsinnend hinter Schiffstrümmern lauern.
Scheu und leise wie Diebe öffnen die Muscheln ihre Schalen und locken den späten Wanderer auf weichen Pfühl zu grausigem Laster.
In weiter Ferne bellt ein Hundsfisch.
— — — Da zuckt durch die Ulven heller Schein: Eine leuchtende Meduse führt trunkene Zecher heim; — Aalgigerln mit schlumpigen Muränendirnen an der Flosse.
Zwei silbergeschmückte junge Lachse sind stehengeblieben und blicken verächtlich auf die berauschte Schar. Wüster Gesang erschallt:
„In dem grünen Tange
hab' ich sie gefragt,
Ob sie nach mir verlange. — —
Ja, hat sie gesagt.
Drauf hat sie sich gebückt —
und ich hab' sie gezwickt.
Ach im grünen Tange...“
„No, no, aus dem Weg da, Sö — Sö Frechlachs — Sö,“ brüllt ein Aal plötzlich.
Der Silberne fährt auf: „Schweigen Sie! Sie haben's nötig, weanerisch zu reden. Glauben wohl, weil Sie das einzige Viech sind, das nicht im Donaugebiet vorkommt — —“
„Pst, pst,“ beschwichtigt die Meduse, „schämen Sie sich doch, schauen Sie dorthin!“