Don Pedro Ribas liest und zieht finster die Stirn: „— der ehrwürdige Vater muß sich wohl geirrt und anderen Wein geschickt haben. — Das sei doch nicht der alte Guindre, — gewöhnlicher ‚Dulce del Color‘, wie jede andere Sorte aus Malaga“, schreibt man aus der Hauptstadt.
Täglich kommen die Sendungen zurück. Volle Fässer. Aus Lissabon, aus Madrid, aus Saragossa. — — —
Der Abt kostet, — kostet — und vergleicht. Kein Zweifel, — es fehlt der fremdartige würzige Duft.
Man holt den greisen Manuel, — der prüft und zuckt traurig die Achseln.
Ja, ja, der gute, alte Don Cesáreo, der hatte eine glückliche Hand; mehr Segen als der junge Padre. — Doch das darf man nicht laut sagen; — die Mönche raunen es einander zu. —
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Don Pedro sitzt Nacht um Nacht in seiner Zelle bei seltsamen Retorten, und der Kerzenschein wirft den Schatten seines scharf geschnittenen Profils an die kalkweiße Wand. — Seine langen, mageren Finger hantieren an funkelnden Gläsern mit häßlichen, dünnen Hälsen. — Abenteuerliche Werkzeuge und Kolben stehen umher. — Ein spanischer Alchimist! —
Vergessen die Observanz, — — — die ermatteten armen Mönche schlafen tief und fest. — — — —
Das tut nicht gut! — Mit weißen Pulvern und den gelben, beißenden Wässern Lucifers findest du nicht, was die schweigsame Natur in verschlossene Bücher schrieb mit heimlichem Finger. — — —
Die Herzöge werden ihn wohl nie mehr trinken, den herrlichen, duftenden Guindre! — — —