Durch die weiten Flügeltüren fluten immer neue Scharen von Masken aus den Nebengemächern in die Festeshalle, sammeln sich planlos in der Mitte, laufen durcheinander wie das ewig wechselnde Farbenspiel eines Kaleidoskops, oder drücken sich an den Wänden zusammen, die wundervollen Fresken Ghirlandajos zu bestaunen, die, bis zur blauen, sternenbesäten Decke emporsteigend, gleich Märchengeländen den Saal umrahmen.
Wie eine buntschillernde Insel des Lebens liegt die Halle, umspült von den Gefilden farbengebundener Phantasien, die, einst in froh pochenden Künstlerherzen erwacht, eine jetzt kaum mehr verständlich einfache und langsame Sprache den hastenden Seelen des Heute zuraunen.
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Diener reichen Erfrischungen auf Silbertassen in das fröhliche Gewoge — Sorbet und Wein. — — Sessel werden gebracht und in die Fensternischen gestellt.
Mit scharrendem Geräusch schieben sich die Wände der einen Schmalseite zurück, und langsam rollt eine Bühne aus dem Dunkel vor, mit rotbraun und gelb geflammter Umrahmung und weißen Zähnen oben und unten: ein stilisierter, gähnender Tigerrachen.
In der Mitte der Szene steht eine riesige kugelförmige Flasche. Aus fußdickem Glas. Fast zwei Mann hoch und sehr geräumig. Rosa Seidenvorhänge im Hintergrunde des Theaters. —
Die kolossalen Ebenholztüren des Saales fliegen auf, und mit majestätischer Ruhe tritt ein Elefant — gold- und juwelengeschmückt — herein. Auf seinem Nacken der rote Henker lenkt ihn mit dem Stiel seines Beiles.
Von den Spitzen der Stoßzähne schwingen Ketten von Amethysten, nicken Wedel aus Pfauenfedern.
Goldgewirkte Decken hängen dem Tier in rosinfarbenen Quasten über die Flanken bis auf den Boden herab.
Die ungeheure Stirne hinter einem Netz mit funkelnden Edelsteinen, schreitet der Elefant gelassen durch den Festraum.