Mit einem Schrei sprang er zurück und ließ die Kerze fallen. — —

Der blecherne Leuchter klirrte von Stein zu Stein.

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Wie wahnsinnig, — die Haare gesträubt, — mit pfeifendem Atem rasten sie in der Finsternis die Stufen hinab.

„Persischer Satan! — Persischer Satan!“

Das ganze Sein ist flammend Leid

Um sechs Uhr ist es längst dunkel in den Sträflingszellen des Landgerichts, denn Kerzen sind dort nicht gestattet, und überdies war es Winterabend — neblig und sternenlos. —

Der Aufseher ging mit dem schweren Schlüsselbund von Tür zu Tür, leuchtete noch einmal durch die kleinen vergitterten Ausschnitte, — wie es seine Pflicht ist, — und überzeugte sich, daß die Eisenstangen vorgelegt waren. — Endlich verhallte sein Schritt, und die Ruhe des Jammers lag über all den Unglücklichen, die der Freiheit beraubt — immer vier beisammen — in den trostlosen Zellen auf ihren hölzernen Bänken schliefen.

Der alte Jürgen lag auf dem Rücken und blickte zu dem kleinen Kerkerfenster empor, das wie mattleuchtender Dunst aus der Finsternis schimmerte. — Er zählte die langsamen Schläge der mißtönenden Turmglocke und überlegte, was er morgen vor den Geschworenen sagen wollte, und ob er wohl freigesprochen würde. —

Das Gefühl der Empörung und des wilden Hasses, daß man ihn, wo er doch vollkommen unschuldig war, so lange eingesperrt hielt, hatte ihn in den ersten Wochen bis in den Traum verfolgt, und oft hätte er vor Verzweiflung am liebsten aufgeschrien. —