Der Mann im Hemde war sehr gespannt. Aus dem Grabe drang leises Knistern, wie sich der junge Vogel aus dem Herzen löste, — und da flog’s auch schon — pechschwarz — mit Gekrächz hinauf zu den andern auf die Mauer. —

„Das war aber doch wirklich vorauszusehen; — oder? Haben Euer Liebden vielleicht ein Rebhuhn erwartet?“ spottete der Rabe.

„Etwas Weißes hat er doch“, sagte der Mann verbissen und meinte damit eine leichte helle Feder, die deutlich abstand.

Der Rabe lachte. „Der Gänseflaum? — Der ist doch nur angeklebt. Vom Daunenkissen, worauf der Tote immer schlief!“ und weiter flog er von Grab zu Grab und brütete da und brütete dort, und überall wurde es flügge und kam schwarz aus dem Boden geflattert.

„Alle, alle sind sie schwarz?“ fragte der Mann beklommen nach einer Weile.

„Alle, alle sind sie schwarz!“ brummte der Rabe.

Da bereute der Mann im Hemde, daß er nicht in seinem Bette geblieben war.

Und wie er empor zum Himmel blickte, standen die Sterne voll Tränen und blinzelten. Nur der Mond glotzte vor sich hin und begriff nicht.

Auf einem Kreuz aber saß mit einemmal regungslos ein Rabe, der glänzte schneeweiß. Und es schien, als käme all der Schimmer der Nacht von ihm. Der Mann sah ihn erst, als er zufällig den Kopf nach ihm wandte. Auf dem Kreuz die Inschrift nannte den Namen eines, der war ein Müßiggänger gewesen sein Leben lang.

Der Mann im Hemde kannte ihn gut. Und er sann lange nach.