Wir horchten vergebens — kein Geräusch mehr.

„Es klang wie ein Schrei tief in der Erde“, flüsterte der Oberst.

Mir schien es, als ob das Steinbild der Kala Bhairab, des Choleradämons, sich bewegte: unter dem zuckenden Lichte der Fackeln schwankten die sechs Arme des Ungeheuers, und die schwarz und weiß bemalten Augen flackerten wie der Blick eines Irrsinnigen.

„Gehen wir ins Freie, zum Tempeleingang,“ schlug Hargrave vor, „es ist ein scheußlicher Ort hier.“

Die Felsenstadt lag im grünen Lichte wie eine steingewordene Beschwörungsformel.

In breiten Streifen durchglitzerte der Mondschein das Meer, einem riesigen, weißglühenden Schwerte gleich, dessen Spitze sich in der Ferne verlor.

Wir legten uns auf die Plattform zur Ruhe — es war windstill und in den Nischen weicher Sand.

Doch es kam kein rechter Schlaf.

Der Mond stieg höher, und die Schatten der Pagoden und steinernen Elefanten schrumpften auf dem weißen Felsboden zu krötenähnlichen phantastischen Flächen zusammen.

„Vor den Raubzügen der Moguln sollen alle diese Götterstatuen von Juwelen gestrotzt haben — Halsketten aus Smaragden, die Augen aus Onyx und Opal“, sagte plötzlich Oberst Sturt halblaut zu mir, ungewiß, ob ich schliefe. — Ich gab keine Antwort.