„Brock’ mer uns a Sträuß-la,

Steck’ mer’s uns aufs Hüat-la.

So san mir Landsleut’,

Linzerische Bua’m — —“

Frau Veronika wiegte summend das Köpfchen, und ihre Augen wurden feucht.

Wiederum, als sei es eben erst gewesen, sah sie im Geiste die Deputation des oberösterreichischen Dichterbundes feierlich auf sich zuschreiten und ihr die Ehrengabe überreichen, einen breiten, wunderschönen roten „Andreas-Hofer“-Gürtel und dazu, wie der Sprecher schelmisch hervorhob, für ihren künftigen Erstgeborenen einen prachtvollen künstlichen Kropf aus fleischfarbenem Leder zum Umschnallen, falls ihn dereinst die Zünfte zum Abgeordneten für die Alpenländer wählen sollten. Rasch sich in die Lage findend, hatte Veronika damals in schmuckloser Einfachheit das „Zu Mantua in Banden“ vorgetragen, und als sie mit dem herzzerreißenden Wehruf:

„Franzosen, ach, wie schießt ihr schlecht“

schloß, da wischten sich die bärtigen Männer mit den rauhen Handrücken über die Augen.

Es ging ein Schluchz durch Österreichs Gaue!

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