Nicht von je war der Alte so verlassen gewesen. An Jahre konnte er zurückdenken, an Jahre voll Pracht und Prunk — und was an Glanz die Erde dem Reichsten bietet, das hatte sie einst ihm geboten.

Was an Freude die Erde dem Freudvollen bietet, das hatte sie einst ihm geboten.

Was an Wonnen und Schönheit die Erde dem Glücklichen bietet und dem Schönen bietet, das hatte sie auch ihm geboten.

An einem Tage aber war die Wende in seinem Glücke gekommen. So wie an einem hellen Morgen die Sonne aufsteigt in wolkenlosem Himmel, ihren Höhepunkt erreicht an Klarheit, um dann niederzugehen und in trübes Dunkel zu tauchen, in dichtes Dunkel zu tauchen, in undurchdringliches Dunkel zu tauchen, dann unsichtbar wird, in Nacht versinkt.

Und als die Wende in seinem Glücke gekommen war und jeder neue Tag neues Unheil brachte, hatte er Hilfe im Gebet gesucht; — auf daß sein Untergang aufgehalten werde, auf den Knien gelegen lange und viele Nächte.

Aber Pracht und Prunk verblaßten, Freude und Glanz schwanden dahin, sein Reichtum zerbrach. Sein Weib verließ ihn, sein Kind starb, als er in seiner Armut nichts mehr besaß, es zu pflegen.

Da hatte er um nichts mehr gebetet.

— So trat seine Seele in die Dunkelheit. —

Wie in tiefer Nacht, wenn Finsternis die Formen und Kanten und Farben der Dinge und Wesen verschlungen hat, und eines vom andern nicht mehr kann unterschieden werden, — wie in tiefer Nacht der Himmel sich leise, unmerklich hellt vom Schimmer des kommenden Mondes und flüsternd die verschwundenen Formen und Kanten der Dinge und Wesen zu einem andern Leben weckt, so tauchten leise, unmerklich, flüsternd aus dem Dunkel seines Herzens die Worte auf, die er einstmal vernommen, gelesen irgendwo, irgendwann in der Zeit seines Reichtums, — die Worte des Buddha:

„Daher schließ dich an Liebes nicht,