Melchior Kreuzer starrte vor sich hin und schauderte. „Da waren noch Dinge, — so grauenvoll, so namenlos entsetzlich, — ein Segen des Himmels, daß Lukretia sie nie erfuhr, daß ihr das wenigstens erspart geblieben ist! — Der bloße Anblick des fürchterlichen Doppelgeschöpfes schon warf sie zu Boden! Es war, als sei das Muttergefühl in zwei Hälften zerrissen worden.

Lassen Sie mich für heute von all dem schweigen! Das Bild von Vayu und Dhanándschaya — — es macht mich noch wahnsinnig — — —.“ Er brütete vor sich hin, dann sprang er plötzlich auf und schrie: „Schenkt mir Wein ein — — ich will nicht mehr daran denken. Schnell irgend etwas anderes. — Musik — irgend was — nur andere Gedanken! Musik — —!“

Und er taumelte zu einem polierten Musikautomaten, der an der Wand stand, und warf eine Münze hinein.

Tsin. Man hörte das Geldstück innen niederfallen.

Es surrte der Apparat.

Dann stiegen drei verlorene Töne auf. Einen Augenblick später klimperte laut durchs Zimmer das Lied:

„Ich hatt’ einen Kameraden,

Einen bessern findst du nit.“

Bologneser Tränen

Sehen Sie den Hausierer dort mit dem wirren Bart? Tonio nennt man ihn. Gleich wird er zu unserem Tische kommen. Kaufen Sie ihm eine kleine Gemme ab oder ein paar Bologneser Tränen; — Sie wissen doch: diese Glastropfen, die in der Hand in winzige Splitter — wie Salz — zerspringen, wenn man das fadenförmige Ende abbricht. — Ein Spielzeug, weiter nichts. Und betrachten Sie dabei sein Gesicht, — den Ausdruck!