Nach langen, langen Jahren verzweiflungsvollen Forschens und Suchens — die Verhältnisse des Ordens und meine eigenen ließ ich achtlos ihrer Wege treiben — gelang es mir endlich (Manuel war und blieb spurlos verschwunden) meinen Sohn — als Erwachsenen aufzufinden.

Aber ein letzter Schlag traf mich dabei: Mein Sohn nannte sich Emanuel Kassekanari — — —!

Derselbe Bruder ‚Corvinus‘, den ihr ja alle in unsrem Orden kennt.

Emanuel Kassekanari.

Und er behauptet unerschütterlich, niemals mit dem Vornamen Pasqual genannt worden zu sein.

Seitdem verfolgt mich der Gedanke, daß der Alte mich belogen und Pasqual und nicht Manuel verstümmelt haben könnte, — daß also doch mein Kind zum Opfer gefallen ist. — Die Photographien damals zeigten die Gesichtszüge so undeutlich, und im Leben sahen die Kinder einander zum Verwechseln ähnlich. — — — —

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Doch das darf, das darf, das darf ja nicht sein, — das Verbrechen, all die ewiglange Gewissenspein umsonst! — Nicht wahr?“ schrie plötzlich Ariost wie ein Wahnsinniger auf; — „nicht wahr, sagt Brüder, nicht wahr, ‚Corvinus‘ ist mein Sohn, mir wie aus den Augen geschnitten!“

Die Brüder sahen scheu zu Boden und brachten die Lüge nicht über die Lippen.

Nickten nur stumm.