„Kriegstrompeten erschallen — weit durch Morgenrot“, sang Corvinus das Turniersignal aus „Robert der Teufel“ vor dem Fenster seiner Braut Beatrix, — Ariosts blonder Nichte, — und seine Freunde pfiffen unisono die Melodie.
Gleich darauf flogen die Scheiben auf, und ein junges Mädchen im weißen Ballkleid sah in den altertümlichen, im Mondlicht flimmernden „Teinhof“ hinab und fragte lachend, ob denn die Herren das Haus zu stürmen gedächten.
„Ah, du gehst auf Bälle, Trixie, — und ohne mich?“ rief Corvinus hinauf, „und wir fürchteten, du schliefest schon längst!“
„Da siehst du, wie ich mich ohne dich langweile, daß ich schon vor Mitternacht zu Hause bin! — Was willst du denn nur mit deinen Signalen; ist etwas los?“ fragte Beatrix zurück.
„Was los ist? — Wir haben eine gro—o—oße Bitte an dich. Weißt du nicht, wo Papa den ‚versiegelten Brief von Prag‘ liegen hat?“
Beatrix legte beide Hände an die Ohren: „Den versiegelten — was?“
„Den versiegelten Brief von Prag — die olle Reliquie!“ — schrien alle durcheinander.
„Ich verstehe doch kein Wort, wenn Sie so brüllen, Messieurs“ — und Trixie zog das Fenster zu, „aber warten Sie, gleich bin ich unten, — ich suche nur den Hausschlüssel und schleiche mich an der braven Gouvernante vorbei.“
Und in wenigen Minuten war sie vor dem Tor.
„Reizend, entzückend, — so im weißen Ballkleid, im grünen Mondschein“, die jungen Herren umdrängten sie, ihr die Hand zu küssen.