Am 6. und 7. Juni fand die Jahresversammlung des Verwaltungsausschusses statt. Seitens der bayerischen Staatsregierung war Herr Ministerialrat Dr. von Wehner zu derselben abgeordnet worden. Von den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses hatten sich eingefunden die Herren: Kommerzienrat von Grundherr aus Nürnberg, Geheimrat Dr. von Hefner-Alteneck aus München; Geheimrat, Professor Dr. Moritz Heyne aus Göttingen; Justizrat, Freiherr von Kreß aus Nürnberg; Kaufmann Lampson aus Berlin; Geheimrat Dr. von Laubmann, Direktor der kgl. Hof- und Staatsbibliothek in München; Professor Dr. Lichtwark, Direktor der Kunsthalle in Hamburg, Archivrat Dr. Mummenhoff aus Nürnberg; Geheimrat Dr. von Reber, Direktor der kgl. bayerischen Zentralgemäldegallerie in München; Professor Dr. Alwin Schultz aus Prag; Rittergutsbesitzer Freiherr von Tucher aus Nürnberg; Geheimrat Dr. Wagner aus Karlsruhe; Professor Wanderer aus Nürnberg. Außerdem wohnten der Versammlung die beiden Direktoren des Museums Gustav von Bezold und Hans Bösch bei.
In der Sitzung am 6. Juni berichtete Direktor von Bezold über die Entwickelung des Museums im abgelaufenen Jahre, Direktor Bösch über das Finanzwesen des Museums, Freiherr von Tucher und Freiherr von Kreß über die Rechnungen für 1899, Direktor Bösch über die Rechnung der Stiftung zur Erhaltung von Nürnberger Kunstwerken. Ein allgemeines Programm für das im Jahre 1902 stattfindende fünfzigjährige Jubiläum des Museums wurde aufgestellt und das Direktorium beauftragt, im Benehmen mit dem Lokalausschuß die nötigen Einleitungen zu treffen, so daß im nächsten Jahre die Einzelheiten genau festgestellt werden können.
Die nähere Prüfung der Verwaltung, der neuen Erwerbungen und der Neubauten, sowie des Projektes für den Umbau des Königsstiftungshauses wurde im Laufe des Nachmittags durch verschiedene Kommissionen vorgenommen.
Am 7. Juni berichteten die Kommissionen über ihre Wahrnehmungen. Sowohl die Verwaltung der Sammlungen und die Neuerwerbungen, als der günstige Stand des Finanzwesens fanden die Anerkennung der Berichterstatter, desgleichen der im Werk befindliche Neubau, dagegen wurde das von Direktor von Bezold vorgelegte Projekt für den Umbau des Königsstiftungshauses als zu weit gehend erachtet und eine Vereinfachung derselben beschlossen.
PERSONALIEN.
Am 1. März trat der Praktikant Dr. Alfred Hagelstange aus, um eine Stelle als Assistent am Städelschen Institut in Frankfurt a. M. anzutreten. Assistent Dr. Max [pg 24] Wingenroth verließ die Anstalt am 1. Mai und übernahm eine Stellung bei der Inventarisierung der Kunstdenkmäler des Großherzogtums Baden. Die Sekretariatsgeschäfte werden dem Assistenten Dr. Otto Lauffer übertragen, der von der Bibliothek an die Kunst- und Kulturgeschichtlichen Sammlungen versetzt wurde. An seine Stelle an der Bibliothek trat am 1. Juni als Praktikant Dr. Heinrich Heerwagen aus Nürnberg.
Erstürmung einer Minneburg. Elfenbeinrelief. XIV. Jahrhundert.
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