„Wir sind aus dem Alter der Torheiten heraus, nicht wahr, Herr Bouvard?“
„Eh, eh! das möchte ich doch nicht behaupten.“
Und er bot ihr den Arm, um sie ins andere Zimmer zu führen.
„Geben Sie acht auf die Stufen! Schön. Nun betrachten Sie die Scheibe.“
Man sah einen scharlachroten Mantel darauf und die beiden Flügel eines Engels. Alles übrige verschwand unter dem Blei, das die zahlreichen Sprünge des Glases zusammenhielt. Der Tag neigte sich, die Schatten wurden länger. Frau Bordin war ernst geworden.
Bouvard entfernte sich und kam zurück, mit einer Wolldecke bekleidet, kniete dann vor dem Betpult nieder, die Arme nach außen, das Gesicht in den Händen, während die Sonne auf seinen kahlen Schädel glänzte; und er war sich der Wirkung bewußt, denn er sagte:
„Sehe ich nicht aus wie ein mittelalterlicher Mönch?“
Dann hob er den Kopf in schräger Haltung mit verzückten Augen und gab seinem Gesichte einen mystischen Ausdruck. Man hörte vom Flur her die tiefe Stimme Pécuchets:
„Erschrick nicht, ich bin es.“