Wenn sie eine Schnecke sahen, näherten sie sich und zertraten sie, indem sie die Mundwinkel verzogen, wie wenn man eine Nuß knackt. Sie gingen nie ohne ihr Grabscheit aus, und sie zerhieben die Engerlinge in der Mitte mit solcher Kraft, daß der eiserne Teil des Gerätes drei Zoll tief in den Boden eindrang.
Um die Raupen zu vertilgen, schlugen sie die Bäume wie wütend mit heftigen Stockschlägen.
Bouvard pflanzte mitten auf den Rasen eine Pfingstrose, und Tomaten unter die Wölbung des Laubenganges. Sie sollten wie Leuchter herabhängen.
Pécuchet ließ vor der Küche ein großes Loch graben und teilte es in drei Teile, in denen er Kompost herstellen wollte; der würde eine Menge Dinge sprießen lassen, deren verweste Reste neues Wachstum hervorbringen sollten, und das sollte wieder neue Dungmittel ergeben, alles das bis ins Unendliche; und er stand träumend am Rande der Grube und sah dabei in der Zukunft Berge von Früchten, eine Überfülle von Blumen, Lawinen von Gemüsen. Doch der Pferdedünger, der so ausgezeichnet für die Mistbeete ist, fehlte ihm. Die Ökonomen verkauften keinen, die Herbergswirte behielten ihn für sich. Nach langem Suchen entschloß er sich endlich trotz Bouvards Bitten und mit Aufopferung alles Schamgefühls, „selbst den Pferdemist aufkratzen zu wollen!“
Inmitten dieser Beschäftigung sprach ihn eines Tages Frau Bordin auf der Landstraße an. Nachdem sie ihn begrüßt hatte, erkundigte sie sich nach seinem Freunde. Die schwarzen, sehr glänzenden, obgleich kleinen Augen dieser Frau, ihre kräftigen Farben, ihr sicheres Auftreten (sie hatte sogar etwas Schnurrbart), schüchterten Pécuchet ein. Er antwortete kurz und drehte ihr den Rücken, — eine Unhöflichkeit, die Bouvard tadelte.
Dann brachen die schlechten Tage an, Kälte, starker Frost. Sie richteten sich in der Küche ein und verfertigten Flechtwerk; oder sie gingen durch die Zimmer, plauderten am Feuer, schauten zu, wie der Regen fiel.
Von Mittfasten an spähten sie nach dem Frühling, und jeden Morgen wiederholten sie: „Alles kommt!“ Aber der Frühling kam zögernd, und sie trösteten sich in ihrer Ungeduld, indem sie sagten: „Alles wird kommen!“
Endlich sahen sie die Erbsen aufgehen. Die Spargel sprossen tüchtig. Die Reben waren vielversprechend.
Da sie sich auf die Gartenbestellung verstanden, mußte es ihnen auch mit dem Ackerbau gelingen; — und der Ehrgeiz erfaßte sie, ihren Pachthof zu bewirtschaften. Mit gesundem Menschenverstand und Studien würden sie sich zweifellos gut aus der Sache ziehen.
Zuerst mußte man sehen, wie andere zu Werke gingen; und sie setzten einen Brief auf, worin sie Herrn von Faverges um die Ehre baten, seine Bewirtschaftung ansehen zu dürfen. Der Graf gewährte ihnen sogleich eine Zusammenkunft.