Bouvard wandte dagegen ein, um sich eine vielleicht nutzlose und sicherlich kostspielige Reise zu ersparen, sei es zweckdienlich, Erkundigungen einzuziehen — und sie schrieben dem Bürgermeister des Ortes einen Brief, in dem sie anfragten, was aus einem gewissen Louis Bloche geworden sei. Konnten, den Fall seines Todes angenommen, seine Nachkommen oder Seitenverwandten sie über seine kostbare Entdeckung unterrichten? Als er sie machte, an welcher Stelle der Gemeinde ruhte da dieses Zeugnis der Urzeiten? Hatte man Aussicht, ähnliche Funde zu machen? Was verlangte ein Mann mit Wagen für den Tag?

Sie mochten sich noch so viel an den Beigeordneten, dann an den ersten Stadtrat wenden, sie erhielten keine Antwort aus Villers. Gewiß waren die Einwohner eifersüchtig in betreff ihrer Fossilien. Wofern sie sie nicht an die Engländer verkauften. Die Reise nach les Hachettes wurde beschlossen.

Bouvard und Pécuchet nahmen die Post von Falaise nach Caen. Dann brachte sie eine Halbkutsche von Caen nach Bayeux; von Bayeux gingen sie zu Fuß nach Port-en-Bessin.

Man hatte sie nicht getäuscht. Die Küste von les Hachettes zeigte eigentümliche Geschiebe, und mit Hilfe der Anweisungen des Wirtes erreichten sie den Strand.

Da Ebbe war, so lag das ganze Geröll nebst einer Ebene von Tang bis zu den Fluten offen vor ihnen.

Grasbewachsene Hügelbildungen schnitten die Klippen ab, die aus weicher brauner Erde bestanden und die, in ihren tieferen Lagen sich verhärtend, zu einem Mauerwerk von grauem Gestein wurden. Kleine Rinnsale kamen beständig von ihnen herab, während in der Ferne das Meer rollte. Zuweilen schien sein Wellenschlag auszusetzen; und man hörte nur noch das leise Geräusch der Quellen.

Sie schwankten auf klebrigem Gras, oder sie mußten über Löcher springen. Bouvard setzte sich an das Ufer und betrachtete die Wogen, ohne Gedanken, gefesselt, wie leblos. Pécuchet führte ihn zu dem Küstenhang zurück, um ihm ein in den Felsen eingewachsenes Ammonshorn zu zeigen, das darin saß, wie ein Diamant in seinem Muttergestein. Ihre Nägel zersplitterten daran, man hätte Werkzeuge haben müssen; zudem kam die Nacht. Der Himmel war im Westen purpurfarbig und der ganze Strand in Dunkel gehüllt. Inmitten des schwarzen Seegrases dehnten sich Wasserpfützen. Das Meer stieg; es war Zeit zurückzukehren.

Am folgenden Morgen machten sie sich, sobald es Tag war, mit einer Hacke und einem spitzen Eisen an ihr Fossil, dessen Hülle absprang. Es war ein „Ammonites nodosus“, der an den Enden schadhaft war, aber gut sechzehn Pfund wog; und Pécuchet rief in seiner Begeisterung aus: „Wir müssen ihn unbedingt Dumouchel schenken!“

Dann trafen sie auf Tiere vom Badeschwamm, Lochmuscheln, Butzkopf, aber auf kein Krokodil! In seiner Ermangelung hofften sie das Rückgrat eines Hippopotamus oder Ichthyosaurus, gleichviel welchen Knochen, aus der Zeit der Sündflut zu finden, als sie in Mannshöhe an der Klippe Umrisse wahrnahmen, die die Gestalt eines riesenhaften Fisches darstellten.

Sie berieten, auf welche Weise sie ihn bekommen könnten.