Er gab keine Antwort. Sie atmete heftig. Rudolf hielt Umschau und biß sich in den Schnurrbart. Sie standen in einer Lichtung, in der gefällte Baumstämme dalagen. Sie setzten sich beide auf einen.

Von neuem begann Rudolf, von seiner Liebe zu reden. Um Emma nicht durch Überschwenglichkeit zu verprellen, blieb er ruhig, ernst, schwermütig. Sie hörte ihm gesenkten Hauptes zu, während sie mit der Spitze ihres Stiefels den Waldboden aufscharrte. Aber bei dem Satze:

„Sind unsre beiden Lebenspfade nunmehr nicht in einen zusammengelaufen?“ unterbrach sie ihn:

„Nein! Das wissen Sie doch! Es ist unmöglich!“

Sie stand auf und wollte gehen. Er umfaßte ihr Handgelenk, und so blieb sie. Sie sah ihn eine kleine Weile liebevoll und mit feucht schimmernden Augen an, dann sagte sie hastig:

„Genug! Reden wir nicht mehr davon! Gehen wir zurück zu unsern Pferden!“

Rudolf machte eine Bewegung zornigen Ärgers. Sie wiederholte:

„Gehen wir zu unsern Pferden!“

Da lächelte er seltsam und näherte sich ihr mit vorgestreckten Händen, zusammengebissenen Zähnen und starrem Blicke. Sie wich zitternd zurück und stammelte:

„Ich fürchte mich vor Ihnen! Sie tun mir weh! Gehen wir zurück!“