Die alte Frau Bovary hatte das Mädchen eines Abends, als sie durch den Flur ging, in der Gesellschaft eines nicht mehr besonders jungen Mannes überrascht. Der Betreffende trug ein braunes Halstuch und verschwand bei der Annäherung der alten Dame. Emma lachte, als ihr der Vorfall berichtet ward, aber die Schwiegermutter ereiferte sich und erklärte, wer bei seinen Dienstboten nicht auf Anstand hielte, lege selber wenig Wert darauf.
„Sie sind wohl aus Hinterpommern?“ fragte die junge Frau so impertinent, daß sich die alte Frau die Frage nicht verkneifen konnte, ob sie sich damit selber verteidigen wolle.
„Verlassen Sie mein Haus!“ schrie Emma und sprang auf.
„Emma! Mutter!“ rief Karl beschwichtigend.
In ihrer Erregung waren beide Frauen aus dem Zimmer gestürzt. Emma stampfte mit dem Fuße auf, als er ihr zuredete.
„So eine ungebildete Person! So ein Bauernweib!“ rief sie.
Er eilte zur Mutter. Sie war ganz außer sich und stammelte:
„So eine Unverschämtheit! Eine leichtsinnige Trine. Schlimmeres vielleicht noch!“
Sie wollte unverweilt abreisen, wenn sie nicht sofort um Verzeihung gebeten würde.
Karl ging abermals zu seiner Frau und beschwor sie auf den Knien, doch nachzugeben. Schließlich sagte sie: