„Geduld? Seit vier Jahren hab ich die. Wie ich leide!“ erwiderte sie. „Eine Liebe wie die unsrige braucht das Tageslicht nicht zu scheuen! Man martert mich! Ich halte es nicht mehr aus! Rette mich!“

Sie schmiegte sich eng an ihn an. Ihre Augen, voll von Tränen, glänzten wie Lichter unter Wasser. Ihr Busen wogte ungestüm.

Rudolf war verliebter denn je. Einen Augenblick war er nicht der kühle Gedankenmensch, der er sonst immer war. Und so sagte er:

„Was soll ich tun? Was willst du?“

„Flieh mit mir!“ rief sie. „Weit weg von hier! Ach, ich bitte dich um alles in der Welt!“

Sie preßte sich an seinen Mund, als wolle sie ihm mit einem Kusse das Ja einhauchen und wieder heraussaugen.

„Aber ...“

„Kein Aber, Rudolf!“

„... und dein Kind?“

Sie dachte ein paar Sekunden nach. Dann sagte sie: