Emma dachte, daß kaum achtundvierzig Stunden vorüber waren, seit sie und der Geliebte zusammengewesen waren, weltentrückt, ganz trunken und nimmer satt, einander zu sehen. Sie versuchte sich die kleinsten und allerkleinsten Züge dieses entschwundenen Tages ins Gedächtnis zurückzurufen. Aber die Anwesenheit ihres Mannes und ihrer Schwiegermutter störte sie. Sie hätte nichts hören und nichts sehn mögen, um nicht in ihren Liebesträumereien gestört zu werden, die gegen ihren Willen unter den äußeren Eindrücken zu verwehen drohten.

Sie trennte das Futter eines Kleides ab, das sie um sich ausgebreitet hatte. Die alte Frau Bovary handhabte Schere und Nadel, ohne die Augen zu erheben. Karl stand, beide Hände in den Taschen, in seinen Tuchpantoffeln und seinem alten braunen Überrock, der ihm als Hausanzug diente, bei ihnen und sprach auch kein Wort. Berta, die ein weißes Schürzchen umhatte, spielte mit ihrer Schaufel im Sande.

Plötzlich sahen sie Lheureux, den Modewarenhändler, kommen.

Er bot in Anbetracht des „betrüblichen Ereignisses“ seine Dienste an. Emma erwiderte, sie glaube darauf verzichten zu können, aber der Händler wich nicht so leicht.

„Ich bitte tausendmal um Verzeihung,“ sagte er, „aber ich muß Herrn Doktor um eine private Unterredung bitten.“ Und flüsternd fügte er hinzu: „Es ist wegen dieser Sache ... Sie wissen schon ...“

Karl wurde rot bis über die Ohren.

„Gewiß ... freilich ... natürlich!“

In seiner Verwirrung wandte er sich an seine Frau:

„Könntest du das nicht mal ... meine Liebe ...?“

Sie verstand ihn offenbar und erhob sich. Karl sagte zu seiner Mutter: