Gegen Anfang des Winters entwickelte Emma plötzlich einen ungemein regen Eifer im Musizieren.

Eines Abends spielte sie dasselbe Stück viermal hintereinander, ohne über eine bestimmte schwierige Stelle glatt hinwegzukommen. Karl, der ihr zuhörte, bemerkte den Fehler nicht und rief:

„Bravo! Ausgezeichnet! Fehlerlos! Spiele nur weiter!“

„Nein, nein! Ich stümpere. Meine Finger sind zu steif geworden.“

Am andern Tag bat er sie, ihm wieder etwas vorzuspielen.

„Meinetwegen! Wenn es dir Spaß macht.“

Karl gab zu, daß sie ein wenig aus der Übung sei. Sie griff daneben, blieb stecken, und plötzlich hörte sie auf zu spielen.

„Ach, es geht nicht, ich müßte wieder Stunden nehmen, aber ...“ Sie biß sich in die Lippen und fügte hinzu: „Zwanzig Franken für die Stunde, das ist zu teuer.“

„Allerdings ... ja ...“, sagte Karl und lächelte einfältig, „aber es gibt doch auch unbekannte Künstler, die billiger und manchmal besser sind als die Berühmtheiten.“

„Such mir einen!“ sagte Emma.