Das Haus, in dem der Adjunkt wohnte, besaß weder einen Türklopfer noch eine Klingel noch einen Pförtner. Karl schlug mit der Faust gegen einen Fensterladen. Ein Schutzmann ging vorüber. Karl bekam Angst und ging davon.
„Ich bin ein Narr!“ sagte er zu sich. „Wahrscheinlich haben Lormeaux' sie gestern abend zu Tisch dabehalten!“
Die Familie Lormeaux wohnte gar nicht mehr in Rouen.
„Vielleicht ist sie bei Frau Dübreuil. Die ist vielleicht krank ... Ach nein, Frau Dübreuil ist ja schon vor einem halben Jahre gestorben ... Aber wo mag dann Emma nur sein?“
Plötzlich fiel ihm etwas ein. Er ließ sich in einem Café das Adreßbuch geben und suchte rasch nach dem Namen von Fräulein Lempereur. Sie wohnte Rue de la Renelle des Maroquiniers Nummer 74.
Als er in diese Straße einbog, tauchte Emma am andern Ende auf. Er stürzte auf sie los und fiel ihr um den Hals.
„Was hat dich denn gestern hier zurückgehalten?“ rief er.
„Ich war krank.“
„Was fehlte dir denn? ... Na und wo ... Wie?“
Sie fuhr mit der Hand über die Stirn und antwortete: