„Das weiß ich selber nicht“, erwiderte sie.
„Na, warum denn nicht? Sie haben wohl Angst vor mir gehabt? Ich sollte Ihnen wirklich deshalb böse sein! Wir hätten uns schon längst kennen lernen sollen! Ich bin aber trotzdem Ihr gehorsamster Diener! Das werden Sie mir doch glauben, hoffe ich!“
Er faßte nach ihrer Hand, drückte einen gierigen Kuß darauf und behielt sie dann auf seinem Knie. Er liebkoste ihre Finger und sagte ihr tausend Schmeicheleien. Seine fade Stimme gurgelte wie Wasser im Rinnstein. Seine stechenden Augen funkelten durch die spiegelnden Brillengläser; während seine Hände in die Ärmelöffnung von Emmas Kleid fuhren, um ihren Arm zu betasten. Sie fühlte seinen schnaubenden Atem auf ihrer Wange.
Sie sprang auf und sagte:
„Herr Guillaumin, ich warte ...“
„Worauf?“ sagte der Notar, plötzlich ganz bleich geworden.
„Auf das Geld!“
„Aber ...“ In seiner Lüsternheit ließ er sich bewegen zu sagen: „Na ja ...“
Trotz seines Schlafrockes fiel er vor Emma auf die Knie und keuchte:
„Bitte, bleiben! Ich liebe Sie!“