„Ihr Musikalienabonnement ist abgelaufen. Darf ich es erneuern?“

„Nein“, entgegnete sie.

„Warum nicht?“

„Weil ...“

Emma biß sich auf die Lippen. Umständlich zog sie den grauen Zwirn hoch. Leo ärgerte sich über ihre Emsigkeit. „Warum zersticht sie sich die Finger?“ dachte er. Eine galante Bemerkung fuhr ihm durch den Sinn, aber er wagte nicht, sie auszusprechen.

„So wollen Sie es also aufgeben?“

„Was?“ fragte sie nervös. „Die Musik? Ach, du mein Gott! Ich habe soviel in der Wirtschaft zu tun, meinen Mann zu versorgen und tausend andre Dinge. Mit einem Wort: erst die Pflicht!“

Sie blickte nach der Uhr. Karl hätte schon längst heim sein müssen. Sie stellte sich beunruhigt. Zwei- oder dreimal meinte sie im Gespräche:

„Mein Mann ist so gut!“

Der Adjunkt mochte Herrn Bovary sehr gut leiden. Aber diese Zärtlichkeit befremdete ihn auf das unangenehmste. Gleichwohl stimmte er in ihr Lob ein.