Als die dicke Witwe ihn fragte, wohin er ginge, erwiderte er:
„Es kommt Ihnen komisch vor, nicht wahr? Ich, der ich sonst den ganzen Tag in meinem Laboratorium stecke wie eine Made im Käse ...“
„In was für Käse?“ unterbrach ihn die Wirtin.
„Nein, nein. Das ist nur bildlich gemeint“, entgegnete Homais. „Ich wollte damit nur sagen, Frau Franz, daß es im allgemeinen meine Gewohnheit ist, zu Hause zu hocken. Heute freilich muß ich in Anbetracht ...“
„Ah! Sie gehen auch hin?“ fragte sie in geringschätzigem Tone.
„Gewiß gehe ich hin!“ sagte der Apotheker erstaunt. „Ich gehöre ja zu den Preisrichtern!“
Die Löwenwirtin sah ihn ein paar Sekunden an, schließlich meinte sie lächelnd:
„Das ist was anders! Aber was geht Sie eigentlich die Landwirtschaft an? Verstehen Sie denn was davon?“
„Selbstverständlich verstehe ich etwas davon! Ich bin doch Pharmazeut, also Chemiker. Und die Chemie, Frau Franz, beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen und den Molekularverhältnissen aller Körper, die in der Natur vorkommen. Folglich gehört auch die Landwirtschaft in das Gebiet meiner Wissenschaft. In der Tat, die Zusammensetzung der Düngemittel, die Gärungen der Säfte, die Analyse der Gase und die Wirkung der Miasmen .., ich bitte Sie, was ist das weiter als pure bare Chemie?“
Die Löwenwirtin erwiderte nichts, und Homais fuhr fort: