»Am Hochzeitstage wirst du nicht schöner aussehen!«

»Am Hochzeitstage!« wiederholte Salambo und verlor sich in Träumereien, indes sie den Ellbogen auf die Stuhllehne aus Elfenbein stützte.

Taanach stellte vor ihr einen Kupferspiegel auf, der so hoch und breit war, daß sie sich vollständig darin erblicken konnte. Da erhob sich Salambo und schob mit einer leichten Handbewegung eine Locke zurück, die zu tief herabhing.

Ihr Haar war mit Goldstaub gepudert, auf der Stirn gekräuselt und floß in langen Locken, an deren Enden Perlen hingen, den Rücken hinab. Das Licht der Lampe belebte die Schminke auf ihren Wangen, das Gold auf ihren Gewändern und die Blässe ihrer Haut. Um die Hüften, an den Handgelenken, Fingern und Zehen trug sie eine solche Fülle von Edelsteinen, daß der Spiegel wie von Sonnenstrahlen sprühte. So stand Salambo hochaufgerichtet neben Taanach, die sich vorbeugte, um sie zu betrachten, und lächelte über all den Glanz.

Dann ging sie hin und her, damit ihr die Zeit, die ihr noch blieb, schneller vergehe.

Da ertönte ein Hahnenschrei. Schnell steckte Salambo einen langen gelben Schleier auf ihrem Haar fest, schlang ein Tuch um den Hals, fuhr mit den Füßen in blaue Lederschuhe und befahl Taanach:

»Geh und sieh unter den Myrtenbäumen nach, ob da nicht ein Mann mit zwei Pferden wartet!«

Kaum war Taanach zurück, so stieg Salambo die Galeerentreppe hinunter.

»Herrin!« rief ihr die Amme nach.

Salambo wandte sich um und legte einen Finger auf den Mund, zum Zeichen, daß sie schweigen und sich nicht rühren solle.