Allmählich aber wurden abermals Spuren von Verwüstung bemerkbar. Bisweilen lag mitten auf einem Felde eine Mosaik, der einzige Überrest eines verschwundenen Schlosses. Auch kam man an entblätterten Ölbäumen vorüber, die von ferne aussahen wie große kahle Dornbüsche. Einmal ritten die beiden durch eine Ortschaft, deren Häuser bis auf den Grund niedergebrannt waren. An den Mauern erblickte man menschliche Skelette, auch solche von Dromedaren und Maultieren. Halbzernagtes Aas versperrte die Straßen.

Die Nacht sank herab. Der Himmel hing tief und war mit Wolken bedeckt.

Noch zwei volle Stunden ritten sie in westlicher Richtung bergan, dann erblickten sie plötzlich vor sich eine Anzahl kleiner Feuer.

Sie brannten in der Tiefe eines Talkessels. Hier und da blitzten goldne Flecken auf, die sich hin und her bewegten. Das waren die Panzer der Klinabaren im punischen Lager. Dann unterschieden sie in weiten Kreisen noch andre zahlreichere Lichter, denn die jetzt vereinigten Heere der Söldner nahmen viel Raum ein.

Salambo wollte geradeaus reiten. Doch der Läufer führte sie stark seitwärts. Bald ritten sie längs des Walles hin, der das Barbarenlager umschloß. An einer Stelle war ein Durchlaß. Der Sklave verschwand.

Auf der Krone des Walles schritt ein Posten auf und ab, einen Bogen in der Hand, eine Lanze über der Schulter.

Salambo ritt auf ihn zu. Der Barbar kniete nieder, und ein langer Pfeil durchbohrte den Saum ihres Mantels. Als sie daraufhin unbeweglich stehen blieb, rief der Posten sie an und fragte nach ihrem Begehr.

»Ich will mit Matho reden!« antwortete sie. »Ich bin ein Überläufer aus Karthago.«

Der Soldat stieß einen Pfiff aus, der sich von Posten zu Posten wiederholte.

Salambo wartete. Ihr Pferd wurde unruhig und drehte sich schnaubend im Kreise.