Hamilkar hörte ihm zu, während er den großen goldnen Siegelring an seinem Finger drehte, mit dem er das Wappen Karthagos auf das Bandolier gedrückt hatte. Er ließ ihn auf die Erde fallen. Spendius hob ihn rasch auf. Vor seinem Herrn und Meister kam sein ehemaliges Sklaventum wieder zum Vorschein. Die andern erbebten vor Entrüstung über diese freiwillige Demütigung.
Jetzt erhob der Grieche die Stimme, wies auf Hannos Übeltaten hin, den er als Feind des Barkas kannte, und suchte Hamilkar durch eine Schilderung der Einzelheiten ihres Elends und durch den Hinweis auf ihre frühere Ergebenheit zu erweichen. Er sprach lange, in rascher, durchtriebener, bisweilen heftiger Weise. Von seinem Enthusiasmus fortgerissen, vergaß er sich schließlich.
Hamilkar erwiderte, er nehme ihre Entschuldigungen an. Es solle also Friede gemacht werden, und diesmal endgültig! Doch verlange er, daß man ihm zehn Söldner nach seiner Wahl ausliefere, ohne Waffen und ohne Kleidung.
Solche Milde hatten sie nicht erwartet.
»O, zwanzig, wenn du willst, Herr!« rief Spendius aus.
»Nein, zehn genügen mir!« antwortete Hamilkar gnädig.
Man ließ die Gesandten aus dem Zelte, damit sie sich beraten konnten. Sobald sie allein waren, sprach Autarit zugunsten der zu opfernden Kameraden, und Zarzas sagte zu Spendius:
»Warum hast du ihn nicht getötet? Sein Schwert lag dicht neben dir!«
»Ihn!« stieß Spendius hervor. Und mehrmals wiederholte er: »Ihn! Ihn!« – als ob das ein Ding der Unmöglichkeit und Hamilkar ein Unsterblicher sei.
Eine solche Mattigkeit überkam alle, daß sie sich mit dem Rücken auf die Erde legten. Sie wußten nicht, wozu sie sich entschließen sollten.