Mit diesen Worten reichte sie Betty die Spindel. Dann verschwand sie plötzlich, und nun ging Betty glücklich singend nach Hause. Da fand sie ihre Mutter in sehr böser Laune, denn sie hatte den Faden winden wollen, und hatte die halb volle Spindel gefunden. Sie schalt das Kind und sagte:

»Betty, du bist ein faules Kind. Gestern hast du deine Spindel nicht voll gesponnen.«

»Ja, Mutter,« erwiderte sie entschuldigend, »gestern habe ich zu lange getanzt, aber siehe, heute ist meine Spindel voll prächtigen Fadens!«

Die Mutter sah die volle Spindel an und schalt nicht mehr.

Am dritten Morgen ging Betty wieder in den Wald mit Ziegen und Spindel, spann wieder fleißig den ganzen Morgen, und aß ihr Mittagsbrot und Erdbeeren wie gewöhnlich. Als sie sich zum Tanzen schickte, kam das schöne Mädchen plötzlich wieder und sagte freundlich:

»Kommen Sie, Betty, wir wollen wieder zusammen tanzen!«

Sie tanzten lustiger als je, eine Stunde nach der anderen, und fühlten keine Müdigkeit, so lange die kleinen Vögel fröhliche Tanzmusik sangen.

Endlich hörten die Vögel auf zu singen und die Mädchen zu tanzen, und Betty rief wieder traurig:

»Ach, da geht die Sonne schon unter, und meine Arbeit ist nicht fertig! Meine Mutter wird tüchtig schelten! Sie wird wieder sagen, daß ich träge gewesen sei!«

»Nein, liebes Mädchen, Ihre Mutter soll Sie nicht schelten. Ich will Ihnen helfen. Geben Sie mir Ihren Korb!«