Da dachte Betty: »Vielleicht hat sie noch eine Spindel Faden unter die dürren Blätter versteckt? Ich muß suchen!«

Wieder hob sie den Deckel des Korbes auf, und siehe, da waren statt dürrer Birkenblätter lauter schöne Goldmünzen.

»Ach Mutter, siehe doch diese schönen Goldmünzen an!« rief das entzückte Mädchen.

Die Mutter war auch entzückt und sagte:

»Es ist gut, mein Kind, daß du nicht alle Birkenblätter fortwarfst! Hier haben wir Gold genug, um uns ein kleines Gut zu kaufen!«

Betty und ihre verwitwete Mutter kauften nun wirklich ein kleines Gut. Sie kauften auch viele Kühe, Pferde, Ochsen, Schafe, Ziegen, Hühner, Gänse und Enten, und wurden sehr reich. Betty mußte das Vieh nicht mehr hüten, aber sie ging oft in den Wald, denn sie hoffte immer die schöne Waldfrau noch einmal dort zu sehen. Diese Hoffnung aber war immer vergebens, und Betty wurde sehr alt, ohne ihr schönes Mädchen je wiedergesehen zu haben.

15.
Die vier Brüder.
(15)

Ein Jäger hatte vier Söhne, die alle ihr Glück in der Welt suchen wollten, und die zu ihrem Vater sagten:

»Vater, wir sind jetzt alle mehr als sechszehn Jahre alt; wir möchten in die Welt gehen, um unser Glück zu suchen. Bitte, gieb uns ein wenig Geld für die Reise.«

Der Vater gab jedem zwanzig Florin und ein Pferd. Sie ritten munter über Berg und Thal, und kamen endlich auf einen Berg, wo vier Wege zusammenkamen.