„Setze dich dahin! Wenn du dich ein wenig erwärmt hast, kannst du mir sagen, woher du kommst, und was du so allein in dem großen Wald thust.“

Nach einigen Minuten war der Knabe erwärmt genug, um ihre Fragen zu beantworten. Er erzählte, daß sein Vater im Kriege gefallen, daß die Mutter sehr krank gewesen, und daß sie auch endlich gestorben sei. Er erzählte auch, daß er ganz allein auf der Welt sei, ohne Eltern, ohne Verwandte und ohne Geld.

Als die Mutter starb, hatte sie ihm gesagt, daß er zu ihrer einzigen Freundin in dem fernen Dorfe, wo sie einst gewohnt hatte, gehen solle, und daß die Leute dort, obschon selbst sehr arm, ihm vielleicht Brot und Hülfe geben würden, bis er groß genug wäre, um sein eigenes Brot zu verdienen.

Als die Frau im Forsthause hörte, daß der Knabe ein verwaistes (ohne Vater und Mutter) Kind sei, und daß er seit früh morgens gar nichts zu essen gehabt, gab sie ihm schnell eine gute, warme Suppe, ein großes Stück Brot, und ein Stück Weihnachtskuchen dazu.

Während der Knabe aß, und mit den drei Kindern plauderte, sprachen Mann und Frau zusammen. Die Frau sagte:

„Lieber Mann, du hast gehört! Der Himmel hat uns das Kind sicher hierher geschickt! Wir sind zwar nicht reich, aber wo es genug für fünf zu essen giebt, kann ein sechster auch etwas zu essen finden. Wenn wir unsere Kinder so jung allein in der Welt lassen müßten, wie diese armen Eltern, würden wir sehr dankbar sein, wenn Jemand sie freundlich aufnähme.“

„Ja, das ist wahr,“ erwiderte der Förster. „Wenn der Knabe die Wahrheit gesprochen, und er das Kind guter ehrlicher Leute ist, soll er bei uns ein Obdach finden.“

Der Förster rief jetzt den Knaben zu sich, stellte ihm noch einige Fragen und las die Papiere, welche der Knabe aus seinem Bündel zog. Der Förster fand dabei einen Brief von dem Kaplan des Regimentes, worin geschrieben stand, daß die Eltern des Kindes gute, ehrliche Leute gewesen, und daß der Knabe selbst ein begabtes und folgsames Kind sei.

Nachdem der Hausvater diesen Brief gelesen, zögerte er nicht länger, dem Knaben zu sagen, daß er bei ihm bleiben solle.

August, so hieß der Knabe, war so froh hier zu bleiben, denn es gefiel ihm in der Försterfamilie schon gar gut. Mann und Frau waren beide so freundlich, und mit den Kindern hatte er schon Bekanntschaft gemacht.