Abb. 8. Aus den Holzschnittbildern zur „Geschichte Friedrichs des Großen“ (1839–1842):

Friedrich der Große und Cocceji.

„Friedrich ... entschloß sich jetzt, (in der Justizverwaltung) mit Macht durchzugreifen und schnell Ordnung zu schaffen.
An dem Minister Cocceji fand er den Mann, der zu einem solchen Geschäft Einsicht und Kraft besaß.“

Nebenher führte Menzel verschiedene lithographische Zeichnungen aus, in denen er figürliche Darstellungen mit Zierwerk durcheinander wob. So, unter vielen anderen, das Gesellendiplom des Zimmergewerks von Berlin (1834), den Gesellenbrief der Maurer von Berlin (1838), das Diplom des Offizier-Schieß-Vereins (1839) und — das schönste Blatt von allen — eine Verbildlichung der Bitten des Vaterunsers. Unerschöpflichkeit der Phantasie, Geschmack der Anordnung, Geist und an geeigneter Stelle auch Witz und Laune machen diese Blätter zu modernen Seitenstücken von Dürers Randzeichnungen im Gebetbuch Kaiser Maximilians.

Im Jahre 1839 wurde an Menzel eine Aufgabe gestellt, die ihn dazu führte, seinen Forscherfleiß einem bestimmten Zeitalter zuzuwenden und dasselbe so gründlich kennen zu lernen, daß es vor seinem geistigen Auge vollständig lebendig wurde, als ob es Gegenwart wäre. Das ist das Zeitalter Friedrichs des Großen, dessen Erscheinungsformen durch Menzel mit einer einzigartigen umfassenden Gründlichkeit der Nachwelt zu lebensgetreuer Anschauung gebracht worden sind.

Abb. 9. Aus den Holzschnittbildern zur „Geschichte Friedrichs des Großen“ (1839–1842):

Friedrich der Große in seinem Arbeitszimmer im königlichen Schloß zu Potsdam.

Der Buchhändler Weber in Leipzig hatte den Gedanken, eine illustrierte Geschichte Friedrichs des Großen herauszugeben. Für den Text gewann er den sonst besonders durch seine kunstgeschichtlichen Schriften bekannt gewordenen Franz Kugler, und dieser war es, der Adolph Menzel als die geeignetste Kraft, um die bildliche Ergänzung zu dem geschriebenen Wort zu schaffen, in Vorschlag brachte.