Abb. 56. Jesus und Maria mit Elisabeth und Johannes.
Im Museum des Louvre zu Paris.

Abb. 57. Madonna. In der Sammlung des Palastes Pitti zu Florenz.
(Nach einer Photographie von G. Brogi in Florenz.)

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GRÖSSERES BILD]

Abb. 58. Die Jungfrau mit dem Rosenkranz. In der Dulwichgalerie in London.
(Nach einer Photographie von Gray & Davies in Bayswater.)

Die Entstehungszeit dieses Gemäldes läßt sich mit ziemlicher Sicherheit danach bestimmen, daß der Kopf Marias eine große Ähnlichkeit besitzt mit dem ebenso berühmten Bild im Louvre, welches Murillo im Jahre 1687 malte ([Abb. 55]). Nur ist das Blond des Haares hier dunkler, entsprechend der kräftigeren Stimmung des ganzen, bedeutend umfangreicheren Gemäldes. Der Goldschein ist hier weit ausgedehnt, er tritt wolkig aus dem umgebenden Himmelsblau hervor, verdichtet sich unter den Füßen Marias zu einer körperhaften Wolke, die rechts ihren tiefen Schatten hat, und verflüchtet sich nach unten links zu einem blau-silberigen Dunstschleier. In der Gestalt Marias ist hier weniger Bewegung. Die Jungfrau ist in feierlicher Ergriffenheit in die Anschauung der Gottheit verloren. Um so lebendiger ist die Bewegung in der endlosen Schar der Engelchen, die sie mit festlichem Jubel umschwärmen. — Murillo malte dieses Bild, eines seiner letzten Werke, für ein Hospital zu Sevilla. Bei der Ausraubung der Klöster im Jahre 1810 nahm Marschall Soult, der ein gutes Kunstverständnis gehabt haben muß, dasselbe für sich in Beschlag. Bei der Versteigerung von dessen Nachlaß im Jahre 1852 erwarb Napoleon das Bild um den Preis von 615300 Francs für die Louvresammlung. Seit den Zeiten, wo römische Cäsaren abenteuerliche Summen aufwendeten, um die alten Meisterwerke hellenischer Kunst aus dem Besitz griechischer Städte und Tempelgemeinden in die kaiserlichen Sammlungen der Welthauptstadt zu bringen, war es nicht mehr vorgekommen, daß für ein Gemälde eine so hohe Summe verausgabt wurde. In unseren Tagen sind freilich schon zweimal noch höhere Preise bezahlt worden (für Meissoniers Kürassiere und Millets Abendläuten).

Abb. 59. Madonna, zubenannt mit dem Wickelband (de la faja).
Im Besitz des Prinzen Don Antonio zu Madrid.
(Nach einer Photographie von J. Laurent & Cie. in Madrid.)

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GRÖSSERES BILD]