Abb. 1. Selbstbildnis des Malers. In der kapitolinischen Gemäldesammlung zu Rom.
(Nach einer Originalphotographie von Braun, Clément & Cie. in Dornach i. E., Paris und New York.)
(Zu [Seite 14].)

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GRÖSSERES BILD]

Verzeichnis der Abbildungen.

Abb. Seite
 1. Selbstbildnis des Malers (Kapitolinische Gemäldesammlung, Rom) [2]
 2. Die Anbetung der Hirten, gemalt um 1620 (Nationalgalerie, London) [5]
 3. Bildnis König Philipps IV. aus dem Jahre 1623 (Pradomuseum, Madrid) [7]
 4. Philipp IV. „mit der Bittschrift“ (Pradomuseum, Madrid) [8]
 5. Der Infant Don Carlos, Bruder Philipps IV. (Pradomuseum, Madrid) [9]
 6. Bacchus und die Zecher (Pradomuseum, Madrid) [10]
 7. Ansicht aus dem Garten der Villa Medici zu Rom (Pradomuseum, Madrid) [11]
 8. Ein toter Franziskaner (Gemäldesammlung der Brera, Mailand) [12]
 9. Die Schmiede Vulkans (Pradomuseum, Madrid) [13]
10. Die Infantin Doña Maria, Schwester König Philipps IV., gemalt im Jahre 1630 (Pradomuseum, Madrid) [14]
11. Die Sibylle, angebliches Bildnis der Gattin des Künstlers (Pradomuseum, Madrid) [15]
12. Bildnis eines jungen Mädchens, mutmaßlich einer Tochter des Künstlers (Pradomuseum, Madrid) [16]
13. Mutmaßliches Bildnis der Gattin des Künstlers, Doña Juana de Miranda Pacheco (Königl. Museum, Berlin) [17]
14. Die Dame mit dem Fächer (Hertford-Galerie, London) [18]
15. Bildnis eines Unbekannten (Pradomuseum, Madrid) [19]
16. Der Infant Don Baltasar Carlos (Hertford-Galerie, London) [20]
17. Reiterbildnis Philipps IV. (Pradomuseum, Madrid) [22]
18. Reiterbildnis der Königin Isabella von Bourbon (Pradomuseum, Madrid) [23]
19. Reiterbildnis des Prinzen Don Baltasar Carlos (Pradomuseum, Madrid) [25]
20. Der Prinz Don Baltasar Carlos im Jagdanzug (Pradomuseum, Madrid) [26]
21. Der Infant Don Fernando de Austria, Bruder Philipps IV., als Jäger (Pradomuseum, Madrid) [27]
22. Reiterbild des Grafen von Olivares (Pradomuseum, Madrid) [28]
23. Bildnis, mutmaßlich des Jägermeisters Philipps IV., Juan de Mateos (Königl. Gemäldegalerie, Dresden) [29]
24. Bildnis eines Ritters des Santiagoordens (Königl. Gemäldegalerie, Dresden) [30]
25. Die Übergabe von Breda (Pradomuseum, Madrid) [31]
26. Christus am Kreuz (Pradomuseum, Madrid) [33]
27. König Philipp IV., gemalt im Quartier zu Fraga 1644 (Dulwich-Galerie, London) [35]
28. Bildnis eines Hofnarren Philipps IV., genannt Pablillos de Valladolid (Pradomuseum, Madrid) [36]
29. Bildnis eines Hofnarren Philipps IV., genannt Don Juan d’Austria (Pradomuseum, Madrid) [37]
30. Gruppen spanischer Kavaliere, vermutlich Studien zu einem verloren gegangenen Gemälde (Louvremuseum, Paris) [38]
31. Innocenz X. (Galerie Doria, Rom) [39]
32. Philipp IV., gemalt nach 1651 (Pradomuseum, Madrid) [40]
33. Marianne von Österreich, zweite Gemahlin Philipps IV. (Pradomuseum, Madrid) [41]
34. Die Infantin Doña Maria Teresa de Austria (Louvremuseum, Paris) [43]
35. Die Krönung der Jungfrau Maria (Pradomuseum, Madrid) [45]
36. Marchese Alessandro del Borro, Führer italienischer Truppen unter Kaiser Ferdinand III., spanischer General von 1649–51 (Königl. Museum, Berlin) [47]
37. Die Infantin Margarita (Kaiserl. Gemäldegalerie, Wien) [48]
38. Die Infantin Margarita (Louvremuseum, Paris) [49]
39. In der Werkstatt des Velazquez um 1656 (Pradomuseum, Madrid) [51]
40. Familienbild (Kaiserl. Gemäldegalerie, Wien) [52]
41. Philipp IV., gemalt um 1656 (Pradomuseum, Madrid) [53]
42. Menippus (Pradomuseum, Madrid) [54]
43. Äsopus (Pradomuseum, Madrid) [55]
44. Bildnis eines Hofzwergs Philipps IV. (Pradomuseum, Madrid) [57]
45. Der Tritonenbrunnen im Park von Aranjuez (Pradomuseum, Madrid) [59]
46. Spinnerinnen in der Teppichfabrik von Santa Isabel zu Madrid (Pradomuseum, Madrid) [61]
47. Die heiligen Einsiedler Antonius und Paulus (Pradomuseum, Madrid) [63]
48. Die Infantin Margarita (Pradomuseum, Madrid) [64]

Velazquez.

Unter all den großen Malern des Jahrhunderts, dem in kunstgeschichtlicher Beziehung vorzugsweise der Name des malerischen zukommt, des siebzehnten, ist keiner, der in seinen Werken unserer heutigen Empfindungsweise und unserer Art, die Formen und Farben in der Natur zu sehen, so unmittelbar nahe kommt, wie der Spanier Velazquez. Wer nach dem Anblick anderer Werke der Malerei des siebzehnten Jahrhunderts vor die Gemälde des Velazquez hintritt, dem ist es, als ob er aus dem bunten und geräuschvollen Treiben großer Städte mit prunkenden Kirchen, stolzen Palästen, menschenüberfüllten Gassen und dumpfigen Wirtsstuben, prächtigen Parkanlagen und schmutzigen Vorstädten hinausversetzt würde in die reine, kühle, frische Luft einer Bergeshöhe. So grundverschieden ist der Ton, auf den die Gemälde des Velazquez gestimmt sind, von der gesamten übrigen Malerei seiner Zeit.

Über das Leben dieses ungewöhnlichen Künstlers ist in zuverlässigen Nachrichten Ausführliches überliefert worden. In der neuesten Zeit hat ein deutscher Forscher, Karl Justi, durch Sammeln des zerstreuten Urkundenstoffs das Lebensbild vervollständigt und in seinem meisterhaften Buch „Diego Velazquez und sein Jahrhundert“ bekannt gemacht. Von den Werken des Velazquez ist die größte Zahl der erhaltenen im Pradomuseum zu Madrid vereinigt, und in dieser Gemäldesammlung ohnegleichen sind unter den Werken der berühmtesten Meister nur wenige, die sich neben den seinigen als malerisch ebenbürtig zu behaupten vermögen.