Mercurius und Belladonna — kann abwechselnd gegeben werden, wenn eins oder das andere, allein gegeben, keine Linderung verschafft.
Aurum Muriaticum, Potaschen-Hydriodat (Hydriodate of potassa), Acidum Nitri oder Hepar Sulphuris. — Wenn das Anschwellen von der Anwendung des Mercurius herrührt.
Verordnung der Heilmittel. Löse 12 Kügelchen des gewählten Mittels in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe jede Stunde oder auch alle zwei bis drei Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen Theelöffel voll.
In Fällen, daß die Anschwellung so bedeutend wird, daß Erstickung zu befürchten steht, so zögere man nicht, nehme ein Messer und mache einen Einschnitt längs der Zunge, indem dadurch der Andrang des Blutes gelindert wird.
Mundkrebs (Stomacace).
Diese Form eines bösen Mundes wird in der Regel bei Kindern von 5 bis 10 Jahren gefunden und von Einigen für ansteckend gehalten. Es ist eine Entzündung der Schleimhaut des Mundes, über welche sich eine gelbliche Flüssigkeit ergießt, die, wenn sie nicht eingehalten wird, eine sehr zerstörende Form annimmt und tiefe schwarze Geschwüre verursacht.
Symptome. Zuerst Schmerz und ein unbehagliches Gefühl im Zahnfleisch, das bald heiß, trocken und sehr empfindlich wird, begleitet von Ermattung, Unlust zum Spiel oder zur Bewegung, Appetitlosigkeit, Durst, das Zahnfleisch schwillt an, wird schwammig und blutet bei Berührung. Die innere Fläche der Wangen und des Zahnfleisches ist mit Flecken falscher Haut, unter denen Eiter erscheint, bedeckt. Bei einigen Fällen fehlt die falsche Haut, der Eiter hat ein gräuliches oder schwarzgelbes Ansehen. Ist die Krankheit heftig, so schwellen die Drüsen unter dem Gaumen an, werden hart und schmerzhaft, der Athem wird sehr widerwärtig und die Absonderung des Speichels erhöht sich beträchtlich. Zuweilen werden auch die Zähne locker und fallen aus. Auch kann ein überreicher Auswurf eines widerwärtigen, blutigen Eiters aus dem Munde stattfinden, der Athem stinkend, fast knochenfraßartig werden. Die Bewegungen des Gaumens werden steif und können durch Anschwellung ganz verhindert werden, gleichzeitig von bösem Nacken und Hals begleitet. Die Kräfte des Kranken sinken rasend schnell und er wird außerordentlich hinfällig.
Behandlung.
Allöopathisch. Sind die Eingeweide verstopft oder nicht gehörig in Ordnung, so gebe man ein wenig Calomel, dem man einige Stunden darauf eine Dosis Castoröl folgen lassen kann. Potaschen-Chlorid (Chloride of potassa) ist bei dieser Krankheit ein wichtiges Mittel. Man bediene sich einer Waschung zusammengesetzt aus 3 Granen Potaschen-Chlorid, welches in einer hinreichenden Menge versüßten Wassers aufgelöst wird. Kann einem drei Jahre alten Kinde und 5 Grane einem Kinde von acht bis neun Jahren gegeben werden.