Behufs Waschung bediene man sich kalten Wassers, zuweilen Citronensafts, Salbei- (Sage) Thee; auch eine schwache Mischung von Branntwein mit Wasser wird sich bewähren.
Verordnung der Heilmittel. Löse von dem gewählten Mittel 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe, der Heftigkeit der Symptome angemessen, alle zwei, drei oder vier Stunden einen Eßlöffel voll.
Scharbock, Scorbut (Scurvy, Scorbutus)
ist eine Krankheit, die auf einem verdorbenen Zustande der Säfte beruht und die sich bis zur Eiterung und Auflösung der festen Theile ausstreckt. Er wird am häufigsten im Felde, in belagerten Städten, auf Schiffen, die lange Reisen machen, gefunden, überhaupt überall da, wo den Menschen frische Lebensmittel versagt und sie der Feuchtigkeit und Kälte ausgesetzt sind. Auch beständige Kost salziger Nahrungsmittel und geräucherten Fleisches, sowie auch Unterdrückung von regelmäßigen Ausflüssen, wie die monatlichen Regeln, sind zuweilen Ursache.
Symptome. — In der Regel bestehen die ersten Symptome in Erweichung, Eiterung, Blutung und Anschwellen des Zahnfleisches, das schwammig und die Ursache eines verdorbenen Athems wird. Die Glieder schwellen an und eine große geistige und körperliche Schwäche, Ermüdung nach der geringsten Bewegung tritt ein. Dunkle, purpurne Flecken erscheinen an verschiedenen Theilen des Körpers, Blutungen aus der Nase, dem Hals, dem Magen und den Eingeweiden finden statt und das Gesicht nimmt eine Bleifarbe an und ist mit Blut unterlaufen. Die Eingeweide sind verstopft und an verschiedenen Stellen des Körpers erscheinen Eiterbeulen, die Gelenke schwellen an und werden straff. Die Haut ist trocken und der Puls klein und schwach; zuweilen brechen alte längst vernarbte Wunden wieder auf und ganz hinfällig in Folge von Blutflüssen, Diarrhöe u.s.w. stirbt der Kranke.
Ursachen. — Die Entbehrung von Pflanzenstoffen, welche zur Erhaltung der Gesundheit nothwendig sind, solche Ursachen, welche das Nervensystem herabstimmen, Einfluß von Kälte und Feuchtigkeit, Mangel an Bewegung und übermäßige Ermüdung.
Behandlung.
Allgemeine. Die Ursachen der Krankheit müssen gehoben werden, sind diese z. B. eingesalzene Nahrungsmittel, so müssen frische an deren Stelle gesetzt werden. Man lasse den Kranken Ueberfluß an frischen Früchten, Gemüsen, Orangen, Citronen, Aepfelwein (Cider), Sprossenbier, Sauerkraut, Erdbeeren, Aepfel &c. genießen. Kartoffel sind während dieser Krankheit ein wichtiger Bestandtheil der Kost, mögen sie nun einfach gekocht, oder geröstet mit Essig gegessen werden. Eine Auflösung von Citronensäure, versüßt, dem ein wenig Essig oder Porter beigefügt wird, wird zuträglich sein, ebenso hat sich 2 bis 4 Unzen Salpeter (Nitre), aufgelöst, und ein Quart Essig als ein vorzügliches Heilmittel bewährt. Kalksaft (Lime juice) ist ein wichtiger Bestandtheil der Kost und sollte, mit der dazu erforderlichen Menge Zucker gemischt, täglich gegeben werden. Milch und Rindfleischbrühe mögen zur Nahrung dienen, wenn der Kranke wegen des wehen Zahnfleisches keine festeren Speisen genießen kann. Der Kranke sollte sich vollständig ruhig verhalten, da zuweilen die geringste Bewegung eine schlimme Wendung verursachen kann.
Eclectische und Kräuterkur. Sollte das Zahnfleisch in Eiterung übergehen, gebrauche man folgendes: