Solche Personen, die diesem Uebel besonders ausgesetzt sind, sollten als Vorbeugungsmittel jeden Morgen Hals und Brust gut waschen und mit kaltem Wasser spritzen und begießen.

Verordnung der Heilmittel. Löse von der gewählten Medizin 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf, gieb einen Theelöffel voll dieser Auflösung alle Stunde, zwei oder drei Stunden. Fällt dem Patient das Schlucken sehr schwer, so kann man ihm 3 Kügelchen — eine Dosis — geben, damit er dieselben sich auf der Zunge auflösen lasse.

Eiternde und putride oder bösartige Halsentzündung (Malignant Quinsy, Angina Gangrenosa).

Diese Krankheit wird häufig epidemisch und ist dem wehen Hals in der bösartigen Form beim [Scharlachfieber] sehr ähnlich und tritt gewöhnlich bei feuchter Witterung ein. Schwachgebaute Personen, sowie solche, die in niederen, feuchten, schlechtgelüfteten Häusern wohnen, sind diesem Uebel am meisten blosgestellt.

Symptome. — Die Krankheit beginnt gewöhnlich mit Frösteln, worauf Fieber folgt, Druck in der Brust mit oder ohne Erbrechen, scharlachrothe Wangen, Hals und Mandeln mehr oder weniger entzündet, säuerliche Absonderung aus Mund und Nase, schwacher, schneller Puls. Der Hals ist immer hochroth und geschwollen, und wird bald nebst den Mandeln mit Geschwüren überzogen. Der Athem ist sehr übelriechend, die Nackendrüsen schwellen an, die Haut des Gesichts und Nackens ist glänzend, das Gesicht sinkt ein und Erbrechen und Diarrhöe findet statt.

Die Haut, welche zu Anfang der Krankheit heiß und trocken war, wird im Verlauf von Schweiß belegt; endlich tritt Schläfrigkeit ein und der Kranke stirbt.

Ursachen. Die Krankheit wird für ansteckend gehalten und wird auch durch Erkältung &c. erzeugt. Die Behandlung sollte immer nur ein Arzt unternehmen, wenn einer zu haben ist.

Behandlung.

Eclectische und Kräuterkur. Im Anfangsstadium gebe man ein Brechmittel und folge mit einigen Abführungsmitteln, falls Hartleibigkeit vorhanden ist. Das Waschen des Halses mit Myrrhen- und Cayenne-Tinktur oder mit dem gegen wehen Hals vorgeschriebenen Liniment, wird sich als sehr wirksam erweisen. Auch sollte man dem Patienten häufig einen Löffel voll Hopfenhefe (hop yeast) eingeben und Porter, Ale oder Bier verordnet werden.