Brustfell-, Rippenfellentzündung, Pleuresie (Pleurisy, Pleuritis).

Dies ist eine Entzündung der Pleura, oder Schleimhaut, welche die Brust einfaßt und so eine Hülle, welche die Lungen umgiebt, bildet. Sie kann zu irgend einer Zeit eintreten, wird aber meistens im Frühjahr oder Winter gefunden.

Symptome. — Pleuresie beginnt, wie alle anderen Fieber, mit Frost, dem Hitze folgt, und allen anderen Fieber-Symptomen. Diesen Symptomen folgt bald ein heftig stechender Schmerz in der Brust, der durch tiefes Athemholen erhöht und von schwierigem heftigem Athmen, sowie von einem trockenen, hackenden Husten begleitet wird; Husten, Athmen, Herumwerfen, Liegen auf der angegriffenen Seite und auch Druck auf die Brust erhöht den Schmerz. Dieser Schmerz dauert in der Regel drei bis vier Tage, dann läßt er nach.

Ursachen. — Plötzliche Kälte, die mit dem Körper in Berührung kommt, Schläge oder Fallen auf die Brust, Unterdrückung gewisser Absonderung, das nach Innenschlagen von Hautkrankheiten. Pleuresie kann sowohl acut als auch chronisch sein. Chronische Pleuresie ist in der Regel die Folge der acuten.

Behandlung.

Homöopathisch. Aconitum und Bryonia sind die beiden Hauptmittel gegen diese Krankheiten und reichen in den meisten Fällen hin, die Heilung zu bewirken. Aconitum ist besonders angezeigt bei folgenden Symptomen: Heiße Haut, starkes Fieber, schneller und voller Puls, sowie großer Durst. Bryonia vorzugsweise, wenn die folgenden Symptome vorhanden sind: Wangen geröthet, heiß, trocken oder feucht, kurzer, fliegender Athem, schneller Puls, stechende, schießende oder brennende Schmerzen in der Seite, welche durch Athmen, Husten und Bewegung erhöht werden; Athem kurz, ängstlich und schwierig; Gefühl von Zusammenziehen und Beklemmung der Brust; schmerzhafter Husten sowohl feucht als auch trocken, große Hitze der Haut, abwechselnd mit öfterer Kälte oder Frösteln, Schmerz durch Druck verschlimmert.

Mercurius. — Dies Heilmittel kann gegeben werden, nachdem das Fieber vermittelst anderer Mittel unterdrückt ist, aber dennoch Nachtschweiße, mehr oder weniger kurzes und schwieriges Athmen zurückbleiben.

Tartarus Emeticus. — Gesicht geröthet, heiß und trocken, oder voll mit einem ängstlichen Ausdrucke und mit Schweiß bedeckt. Puls schnell und schwach oder voll, Athem kurz und schwierig, begleitet von stechenden oder schießenden Schmerzen, Husten mit Schleimauswurf, zuweilen mit Blut gemischt, heftiges Herzklopfen, Schwäche und Hinfälligkeit, Gefühl von Erstickung.

Phosphorus. — Das Gesicht erscheint blaß, zuweilen roth, Augen eingefallen und mit blauen Ringen umgeben, Auswurf blutig, scharfe stechende Schmerzen in der Brust, meistens aus der linken Seite, Athem fliegend und schwierig, scharfer Schmerz zwischen den Rippen beim Druck, Herzklopfen.

Arnica — sollte gegeben werden, wenn die Krankheit durch Schläge oder Fallen auf die Brust veranlaßt wurde. Ist der Kranke des Nachts schlaflos und unruhig, gebe man Coffea und Belladonna abwechselnd jede Stunde.